Multiple Sklerose: Diagnose


Die Diagnosenstellung verläuft bei der Multiplen Sklerose in mehreren Schritten ab. Betrachtet man sich verschiedene Erkrankungen, so fällt bei der MS auf, dass es keine typischen Anzeichen gibt. Die Symptome, die feststellbar sind, können auch auf andere Erkrankungen schließen. Daher sollte die Diagnose stets von einem Fachmediziner getroffen werden. Die aufwändige Diagnose verläuft in vier Stufen:

a) Erhebung der bisherigen Krankengeschichte (Mediziner sprechen hier auch von der Anamnese)

b) Die körperliche Untersuchung; sie wird der sogenannte klinische Befund genannt

c) Laboruntersuchungen, z.B. von deinem Blut

d) Technische Untersuchungen, beispielsweise mit Hilfe eines Kernspintomografen

Die Diagnosenstellung kann sich bei der Multiplen Sklerose über mehrere Wochen hinweg strecken. Da die einzelnen Untersuchungen nacheinander ablaufen, müssen die Ärzte das Puzzle aus den einzelnen Untersuchungen stückchenweise zusammensetzen.

Der Befund Multiple Sklerose wird meist von einem Neurologen gestellt

Zur exakten MS-Diagnose sind mehrere Untersuchungen notwendig

Die Diagnosestellung verläuft meist über einen längeren Zeitraum hinweg

Mit McDonald-Kriterien sind die Grundlagen der Diagnosestellung

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Erzähle von dir und deiner Krankengeschichte (Anamnese)

In diesem ersten Schritt möchte deine Ärztin / dein Arzt dich besser kennenlernen. An dieser Stelle sind Informationen über deine Krankengeschichte wichtig. Hattest du bereits zuvor gesundheitliche Probleme? Welche neuen Symptome sind aufgetreten? Welche Probleme konntest du die vergangenen Tage, Wochen und Monate feststellen? Wichtig ist, dass du deiner Ärztin / deinem Arzt an dieser Stelle wirklich alles erzählst. Überlege noch einmal in Ruhe, ob dir etwas merkwürdiges während der letzten Zeit aufgefallen ist. Oft denken wir uns nichts dabei, der Körper macht aber doch hier und da mal auf sich aufmerksam und es gibt erste Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Probleme mit dem Stuhlgang oder beim Wasserlassen können mögliche Symptome sein. Ebenso kann es auch sein, dass du dich schlechter konzentrieren konntest oder mit depressiven Verstimmungen zum hattest. Sollten Angehörige (Verwandte) bereits eine Autoimmunerkrankung diagnostiziert bekommen haben, so teile dies bitte in diesem Gespräch mit.

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Körperliche Untersuchung

Nachdem du deine Krankengeschichte erläutert hast, folgt nun die körperliche Untersuchung. Hier verschaffen sich die Ärzte einen Überblick über deinen körperlichen Zustand. Sie möchten wissen, wie deine Seh- oder deine Konzentrationsfähigkeit sind. Die Sehfähigkeit wird von den Ärzten untersucht, da Entzündungsherde die Funktionsweise des Sehnerven beeinflussen können. Um sicher zu gehen, ob dein Sehnerv betroffen ist oder nicht, werden Sehtests durchgeführt. Deine Konzentration wird mit Hilfe sogenannter kognitive Tests untersucht. Dabei möchten sich die Mediziner ein Bild davon machen, wie aufmerksam du bist und wie gut du dir Informationen merken kannst. Die Tests können einen ersten Hinweis darauf geben, ob eine körperliche Veränderung vorliegt.

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Laboruntersuchungen und weitere diagnostische Verfahren

Um die Multiple Sklerose sicher diagnostizieren zu können, werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Mit Hilfe der Laboruntersuchungen sowie weiterer diagnostischer Verfahren kann letztlich Aufschluss darüber gegeben werden, ob eine MS vorliegt. Im Folgenden werden häufige Untersuchungsverfahren aufgelistet:

Blutuntersuchung: Durch die Untersuchung deiner Blutwerte können die Ärzte sehen, wie hoch deine einzelnen Werte ausfallen. Dies können unter anderem folgende Werte sein: Schilddrüse, Blutzucker, Leberwerte, Nierenwerte, großes Blutbild, Vitaminwerte, Entzündungswerte. Wie auch bei anderen Erkrankungen gehört die Blutuntersuchung mit zur Diagnosenstellung. Sie ist jedoch nicht dafür ausschlaggebend, um die MS wirklich bestimmen zu können. Vielmehr dient die Blutuntersuchung dazu, andere Erkrankungen ausschließen zu können.

Miktionsprotokoll und Restharnbestimmung: Wenn du Probleme beim Wasserlassen hast kann das Protokoll helfen die Restharnmenge in deiner Blase bestimmen zu können. Hierüber kann die Ärztin bzw. der Arzt einen Befund über die Stärke der Harninkontinenz treffen.

Messung von evozierten (hervorgerufenen) Potentialen: Durch die Reizung deiner Sinnesorgane (Augen, Ohren, Nase, Zunge, Haut) oder eines peripheren Nerven kann diagnostiziert werden, wie intakt das neurologische System ist. Bei der MS wird zum Beispiel häufig das Visuell evozierte Potential (VEP) gemessen. Es gibt Aufschluss darüber, wie intakt Sehnerv und Sehbahn sind.

Kernspintomografie: Bei der Magnetresonanztomografie, kurz MRT, werden Aufnahmen von deinem Gehirn sowie von deinem Rückenmark erstellt. Das MRT besitzt keine Röntgenstrahlung. Du wirst in eine Art "Röhre" hineingefahren und musst anschließend ca. 30min ruhig liegenbleiben. Mit Hilfe des MRT können Entzündungsherde oder sogenannte Plaques, die sich im Gehirn befinden, festgestellt werden. Im Vergleich zu anderen diagnostischen Verfahren ist das MRT hervorragend dafür geeignet, erste krankheitsbedingte Veränderungen im zentralen Nervensystem aufzeigen zu können. So kann das MRT die Multiple Sklerose erkennen, auch wenn noch keine Beschwerden vorliegen.

Liquormessung: Bei der Liquormessung nimmt der Arzt eine feine Nadel und sticht mit dieser in Höhe der mittleren Lendenwirbelsäule zwischen deine Wirbel. Dieses verfahren wird auch Liquorpunktion genannt. Hierüber kann schließlich eine Nervenwasser-Probe genommen werden. Sie zeigt die Entzündung deines Gehirns und des Rückenmarks. Hierüber können die Ärzte sehr gut bestimmen, ob eine Multiple Sklerose oder doch eher eine Entzündung, zum Beispiel durch Keime, wie der Borreliose, vorliegt.

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